Chaos: Irreversibilität & Kontingenz

Chaos (χάος cháos), die „gähnende Leere“, Ginnungagap, Tohuwabohu. Zunächst war die „Kluft“. Ein gähnender Abgrund brachte Himmel und Erde ins Licht. Die griechische Theogonie erzählt die Entstehung der Welt aus einer „Kluft“. Der gähnende Abgrund, der Anfang des Weltwerdens.

Chaos wird als Gegenbegriff zu Kosmos verwendet, dem griechischen Begriff für Ordnung. Jedoch stand Kosmos nicht für das Gefüge einer Weltordnung, eher für die vom Gott Zeus eingerichtete Rechtsordnung. Dementsprechend bezeichnet Chaos weder eine fehlende Ordnung noch einen Zustand der Unordnung.

In der Philosophie war Chaos die Bezeichnung für einen leeren Raum. Aristoteles verwendete ihn als Metapher für die räumliche Bedingung eines noch nicht Seienden bzw. eines geformten Seienden, nämlich eines Nichts, aus dem das Weltwerden entströmt. Die Stoiker beschrieben das Chaos als eine formlose und unbestimmte Masse, die für einen anfänglichen Zustand jener Genese steht, sei sie kosmologisch oder ontologisch.

Tatsächlich bezeichnet Chaos eines der bedeutendsten Probleme der Metaphysik überhaupt:

Dass die im Pfeil der Zeit ablaufenden Ereignisse (Werden) nicht mehr sind und noch nicht werden.

Dem Problem der Irreversibilität der Zeit folgt ein zweites: die Kontingenz. Nicht alles, was eine Möglichkeit aufweist, wird verwirklicht. Anders ausgedrückt: Nicht alle Möglichkeiten werden tatsächlich aktualisiert.

Der Zusammenhang zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit sowie die Paradoxie des Pfeils der Zeit zeigen die philosophische Problematik des Chaos auf, die es in diesem Workshop zu erforschen gilt. Der Workshop will die thermodynamische Deutung von Entropie anhand einer philosophischen Analyse zweier Ausprägungen des Terminus Chaos untersuchen. Konkret verfolgt der Workshop das Ziel, Entropie in ihrer Bedeutung von Unordnung aus der Sicht zweier Phänomene zu betrachten: der Irreversibilität der Zeit und des Zustands einer maximalen gleichen Möglichkeit. Mithilfe von Prozess- und Potenzphilosophien werden wir den Sinn einer „Unordnung“ beleuchten.

In diesem Workshop gelangst du zu einer kritischen Analyse des Begriffspaars Ordnung/Unordnung sowie zu einer tiefgründigen Kenntnis des Problems der Zeit und der Potenz in der Philosophie.

Anhand einer zwecks Debatte zusammengestellten Literaturliste wird das Thema präsentiert und diskutiert.

An wen: Das Seminar ist an alle Interessierten gerichtet.

Grundkenntnisse sind nicht erforderlich.

CHAOS: KLUFT & FORMLOSIGKEIT

18. April 2024, 18:00 - 20:00

In der Alltagsprache ist Chaos ein Gegenbegriff zu Kosmos. Welche Ordnung ist aber mit Kosmos gemeint? Eine Rechtsordnung, die der Gott Zeus für eine gerechte Ordnung des Alls einrichtete. Sie markiert die Gesetze des Universums, die nach dem Recht und der Bestimmung einer göttlichen Instanz eingerichtet worden sind. Dementsprechend steht Chaos weder für einen Ungehorsam

IRREVERSIBLE ZEIT I: Zeit & Ontologie

23. April 2024, 18:00 - 20:00

Das Anliegen besteht hier in einer besonderen Betrachtung des Chaos aus dem zeitlichen Begriff heraus. Obwohl fern von mathematischen Chaostheorien, ist dies in der Physik eins zu eins mit den Paradoxien der irreversiblen Zeit verbunden, welche erst mit der Thermodynamik in den wissenschaftlichen Diskurs eintraten. Irreversibilität steht für den thermodynamischen Terminus eines Vergehens, wobei eine

IRREVERSIBLE ZEIT II: Zeit & Sprache

25. April 2024, 18:00 - 20:00

Das Anliegen besteht hier in einer besonderen Betrachtung des Chaos aus dem zeitlichen Begriff heraus. Obwohl fern von mathematischen Chaostheorien, ist dies in der Physik eins zu eins mit den Paradoxien der irreversiblen Zeit verbunden, welche erst mit der Thermodynamik in den wissenschaftlichen Diskurs eintraten. Irreversibilität steht für den thermodynamischen Terminus eines Vergehens, wobei eine

Das Anliegen besteht hier in einer besonderen Betrachtung des Chaos aus dem zeitlichen Begriff heraus. Obwohl fern von mathematischen Chaostheorien, ist dies in der Physik eins zu eins mit den Paradoxien der irreversiblen Zeit verbunden, welche erst mit der Thermodynamik in den wissenschaftlichen Diskurs eintraten. Irreversibilität steht für den thermodynamischen Terminus eines Vergehens, wobei eine

Im nächsten Schritt wird Chaos aus der Sicht der Potenz und des Möglichen betrachtet. Der Theologe Ramon Llull sowie Nikolaus von Kues beschrieben unter dem Einfluss der stoischen Tradition den formlosen Zustand des Chaos, die Possibilitas des Werdens. Die Formlosigkeit als Zustand eines Werdens, in dem das Auftreten jeder Form gleich wahrscheinlich ist, wird hier

KONTINGENZ II: Possibilitas

20. Juni 2024, 18:00 - 20:00

Im nächsten Schritt wird Chaos aus der Sicht der Potenz und des Möglichen betrachtet. Der Theologe Ramon Llull sowie Nikolaus von Kues beschrieben unter dem Einfluss der stoischen Tradition den formlosen Zustand des Chaos, die Possibilitas des Werdens. Die Formlosigkeit als Zustand eines Werdens, in dem das Auftreten jeder Form gleich wahrscheinlich ist, wird hier

KONTINGENZ III: Potenz

25. Juni 2024, 18:00 - 20:00

Im nächsten Schritt wird Chaos aus der Sicht der Potenz und des Möglichen betrachtet. Der Theologe Ramon Llull sowie Nikolaus von Kues beschrieben unter dem Einfluss der stoischen Tradition den formlosen Zustand des Chaos, die Possibilitas des Werdens. Die Formlosigkeit als Zustand eines Werdens, in dem das Auftreten jeder Form gleich wahrscheinlich ist, wird hier

KONTEINGENZ IV: Agens

27. Juni 2024, 18:00 - 20:00

Im nächsten Schritt wird Chaos aus der Sicht der Potenz und des Möglichen betrachtet. Der Theologe Ramon Llull sowie Nikolaus von Kues beschrieben unter dem Einfluss der stoischen Tradition den formlosen Zustand des Chaos, die Possibilitas des Werdens. Die Formlosigkeit als Zustand eines Werdens, in dem das Auftreten jeder Form gleich wahrscheinlich ist, wird hier